Was haben Blockflöte, Orgel und Saxophon gemeinsam?
Auf den ersten Blick scheinen diese Instrumente aus ganz unterschiedlichen musikalischen Welten zu stammen. Und doch verbindet sie ein wesentliches Prinzip: Alle drei gehören zur Familie der Aerophone (von griechisch ἀήρ „Luft“ und φωνή „Klang“; wörtlich „Luftklinger“). Ihr Ton entsteht durch die unmittelbare Schwingung der Luft – ein unsichtbares, aber klangmächtiges Element, das hier zum zentralen Gestaltungsmittel wird.
In der außergewöhnlichen Besetzung mit Blockflöte, Orgel und Saxophon rückt die Luft selbst ins Zentrum des musikalischen Geschehens. Beate Zimmermann an der Orgel, Wiltrud Trumpp mit Blockflöte und Schèron Waldner Schöpf am Saxophon lassen die Luft nicht nur schwingen, sondern geradezu tanzen. Mit feinem Gespür für Klangfarben, Dynamik und Raum entfalten sie ein vielschichtiges Klangbild.
Die scheinbar gegensätzlichen Charaktere der Instrumente – die filigrane Beweglichkeit der Blockflöte, die majestätische Klangfülle der Orgel und die warme, expressive Stimme des Saxophons – verschmelzen zu einem überraschend homogenen und zugleich spannungsreichen Gesamtklang. Dabei entstehen immer neue dialogische Momente: mal zart und transparent, mal kraftvoll und von großer Intensität, dann wieder verspielt, rhythmisch oder meditativ. Mit Leichtigkeit und großer musikalischer Sensibilität erschließen die drei Musikerinnen ein facettenreiches Repertoire, das stilistische Grenzen mühelos überschreitet. Werke aus dem Barock treten in einen lebendigen Austausch mit zeitgenössischer Musik, jazzigen Klangwelten und improvisatorischen Elementen und laden das Publikum dazu ein, bekannte Klänge neu zu entdecken und sich auf eine klangliche Reise einzulassen, bei der Luft, Bewegung und Musik zu einer lebendigen Einheit verschmelzen.